Was ist vom Vinyl-Boom übrig geblieben?

Ein Symbolbild für den Vinyl-Boom und was von ihm übrigblieb.

2022 veröffentlichte Kristoffer Patrick Cornils den wohl am besten recherchierten und detailliertesten Artikel zur Lieferkrise von Vinyl durch die exhorbitant steigende Nachfrage. Nun, vier Jahre später gibt es ein Update und neben Andreas Kohl von Key Productions stand für handle with care Marketing- und Social Media-Spezialist Raik Hölzel Kristoffer Cornils Rede und Antwort.

Ein Lesevergnügen: Was ist vom Vinyl-Boom übrig geblieben?
Spoiler: Der Vinyl-Boom ist nicht vorbei, aber er hat sich verändert.

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Zum Hintergrund: 2022 analysierte Cornils sehr detailliert, warum die Lieferzeiten für Vinyl ab etwa 2020–2022 explodierten:

Nachfrage vs. Kapazität
Weltweite Nachfrage: etwa 320–400 Mio. Platten pro Jahr,
Produktionskapazität: nur etwa 160 Mio.

Zu wenige Presswerke
Weltweit nur rund 100 aktive Werke, viele mit begrenzter Kapazität

Pandemie-Effekt
Während COVID stiegen Vinylverkäufe stark, gleichzeitig störten Lieferketten und Materialversorgung

Blockierung durch große Auflagen
Mega-Pressungen großer Pop-Acts (z. B. Hunderttausende Adele-LPs) belegten Produktionsslots über Monate

Folge für Indie-Labels
Wartezeiten von 6–9 Monaten wurden normal, Testpressungen allein konnten mehrere Monate dauern

Die Reportage enthielt viele Interviews mit Labelbetreibern, Presswerkskund*innen, Shops und DJs und zeichnete sehr genau nach, wie die Krise praktisch entstand. Hier könnt ihr die komplette Reportage nochmal nachlesen:

  1. Die Vinylkrise: Eine Blase implodiert – Reportage (Teil 1)
  2. Die Vinylkrise – Reportage (Teil 2)
  3. Die Vinylkrise – Reportage (Teil 3)

Alle erschienen Anfang 2022 im Magazin DJ LAB (heute LoopRituals).